Westfalen News 10, 07.07.2022, Nachhaltige Mobilität, LNG Nutzlastgrenze - Westfalen AG
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LNG in der Mobilität – neue Verordnung bringt Kostenvorteile

Liquefied Natural Gas (LNG) ist ein alternativer Kraftstoff für den Schwerlastverkehr. Die LNG-Technologie ist im Mobilitätssektor weit verbreitet – und das aus gutem Grund. LNG-Fahrzeuge schonen die Umwelt und werden vom Staat gefördert. Die LNG-Infrastruktur hat sich enorm verbessert. Eine kaum bekannte Neuerung der Straßenverkehrszulassungsordnung schafft seit letztem Jahr einen Ausgleich für das Mehrgewicht von Lkws mit alternativem Antrieb. Ein Vorteil, insbesondere für den Schwerlastverkehr, der an die Nutzlastgrenze geht.

LNG – ein Kraftstoff, viele Vorteile

Die LNG-Technologie besticht mit vielen Vorteilen. LNG-Lkws stoßen weniger CO2-Emissionen aus als Diesel-Lkws. Auch die Feinstaub- und Lärmemissionen sind geringer. Ein entscheidender Vorteil, vor allem in Ballungsgebieten, in denen die jeweiligen Belastungsgrenzen regelmäßig überschritten werden. Hinzu kommt, dass die LNG-Infrastruktur wächst. Die Verfügbarkeit hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert – das gilt für Fahrzeuge und Tankstellen gleichermaßen. Flottenbetreiber, die sich für LNG-Fahrzeuge entscheiden, profitieren außerdem von staatlichen Subventionen. Die Anschaffung und die Nutzung der Fahrzeuge werden finanziell begünstigt. Das macht das Flüssigerdgas heute und auch zukünftig zu einer attraktiven Diesel-Alternative. Eine neue Verordnung verschafft den Trucks nun einen weiteren Vorteil: Fahrzeuge mit alternativem Antrieb dürfen das zulässige Gesamtgewicht von 40 t überschreiten.

Neue Verordnung kompensiert höheres Gesamtgewicht

Auch wenn Umwelt- und Anwenderfreundlichkeit für die LNG-Technologie sprechen, hatten die Fahrzeuge bis vor Kurzem eine Schwachstelle: ihr Gewicht. Aus technischen Gründen sind LNG-Lkws etwa 600 kg schwerer als vergleichbare Modelle mit Dieselantrieb. Das liegt unter anderem daran, dass die LNG-Trucks zwei Tanks benötigen, um eine Reichweite zu erzielen, die mit Diesel-Fahrzeugen vergleichbar ist. In der Praxis macht das vor allem für die Lkws einen Unterschied, die bis an die Nutzlastgrenze beladen werden. Hier fielen die Kosten pro Frachtsatz bislang höher aus. Eine Neuerung der Straßenverkehrszulassungsordnung schafft nun den Ausgleich: Fahrzeuge, die aufgrund ihres alternativen Antriebs schwerer sind, dürfen ihr Mehrgewicht ausgleichen und das zulässige Gesamtgewicht überschreiten. Die Verordnung gilt für Fahrzeuge ab vier Achsen und 40 t und bringt vielen Spediteuren große Vorteile.

So wird die neue Nutzlastgrenze zum Kostenvorteil

LNG-Fahrzeuge wiegen mehr als vergleichbare Fahrzeuge mit Dieselantrieb. Dieser Nachteil wurde durch die neue Verordnung der Straßenverkehrszulassungsordnung kompensiert. Lkws mit alternativem Antrieb dürfen das zulässige Gesamtgewicht überschreiten – und zwar um das Mehrgewicht, das sie auf die Waage bringen.

Ein Beispiel:

Gewichtsdifferenz zwischen Diesel- und LNG-Lkw (laut Fahrzeugschein): 585 kg
Zulässiges Gesamtgewicht herkömmlicher Lkws: 40 t
Zulässiges Gesamtgewicht LNG-Lkws: 40 t + 585 kg = 40,585 t

Dank der angepassten Nutzlastgrenze ist das Gewicht der LNG-Fahrzeuge kein Nachteil mehr. Der LNG-Lkw kann so viel laden wie ein herkömmliches Diesel-Fahrzeug unter identischen Bedingungen. Für Spediteure und Flottenbetreiber, die LNG-Fahrzeuge bereits heute einsetzen, ergibt sich hieraus ein Kostenvorteil, da die zugrundeliegenden Fixkosten jetzt auf einen größeren Frachtsatz verteilt werden. Bei einem 40t-Verteilerverkehr könnte sich beispielhaft folgender Kostenvorteil ergeben:

100 kg zusätzliche Fracht = 1.000 Euro Kostenersparnis pro Fahrzeug und Jahr
585 kg zusätzliche Fracht = 5.850 Euro Kostenersparnis pro Fahrzeug und Jahr

Bio-LNG: Ein Schritt in die Zukunft

Besonders große CO2-Einsparungspotenziale für den Fern- und Schwerlastverkehr bietet Bio-LNG. Der Kraftstoff kann aus Rest- und Abfallstoffen oder Wirtschaftsdüngern aus Biogasanlagen gewonnen werden – also aus Substanzen, die in der Landwirtschaft oft keine Verwendung finden und so sinnvoll weiterverarbeitet werden können. Aktuell sind die ersten Bio-LNG Mengen auf dem Markt, diese werden bis Anfang 2023 erheblich zunehmen. Ein Anstieg des Marktanteils von Bio-LNG ist wünschenswert. Denn der alternative Antrieb ermöglicht es, den Schwerlastverkehr bis zu 100 Prozent CO2-neutral zu betreiben. „Aktuell beschäftigen wir uns mit dem noch klimafreundlicheren Bio-LNG zur Versorgung des Schwerlastverkehrs“, sagt Julian Janocha, Leiter Gasmobilität bei Westfalen. „Auf dem Weg zur Klimaneutralität brauchen wir in der Mobilität verschiedene Lösungen, eine davon kann Bio-LNG sein, das auf regenerativen Energiequellen beruht.“

Was steht der Technologie noch im Weg?

So überzeugend die Vorteile von LNG auch sein mögen – politisch wird das Thema leider noch immer unterschätzt. Dabei ist das Marktpotenzial enorm: Von den etwa 250.000 inländischen Lkws, die für LNG infrage kommen, fahren heute nur ein paar Tausend mit Flüssigerdgas. Auch beim Ausbau des Tankstellennetzes gibt es noch Optimierungsbedarf. Obwohl es bereits eine gute Tankstelleninfrastruktur gibt, ist die Inbetriebnahme von LNG-Tankstellen noch immer mit zahlreichen organisatorischen Herausforderungen verbunden. Die Genehmigung für den Bau einer Tankstelle wird beispielsweise bei der Kommune des zukünftigen Standortes eingeholt – mit dem Ergebnis, dass die Anforderungen für einen Genehmigungsantrag je nach Standort sehr unterschiedlich sind. Wenn der Zugang zu alternativen Kraftstoffen erweitert und die LNG-Infrastruktur ausgebaut werden soll, müssen hier bürokratische Hürden abgebaut werden.

Über Westfalen:

Die Westfalen Gruppe betreibt LNG-Tankstellen und verfügt über eine eigene Flotte von LNG-Lkw. Als Experte für nachhaltige Mobilität beraten wir Sie gern zum Thema LNG. Weitere Informationen finden Sie hier.

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