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Unternehmen 20.11.2025

Karriere bei Westfalen: Jobsharing - „Man muss bereit sein, das eigene Ego zu Gunsten des Tandems hintenan zu stellen“
 

 

Ein bekanntes Sprichwort sagt: Geteilte Freude ist doppelte Freude. Aber gilt das auch, wenn man sich eine Führungsposition teilt? Seit Mai 2025 leiten Nadine Deemann und Ines Isermann im „Jobsharing-Prinzip“ zusammen das Team IT-Projektmanagement bei der Westfalen AG. Was sind die Vorteile dieses Berufsmodells, welche Herausforderungen gibt es und wie hat Westfalen dabei unterstützt? Wir haben mit den beiden über ihre Erfahrungen gesprochen.

Nadine und Ines, ihr führt gemeinsam das IT-Projektmanagement. Warum war Jobsharing für euch persönlich interessant?

Nadine Deemann:  Ich habe zwei Kinder im Alter von 5 und 8 Jahren und möchte deshalb in Teilzeit arbeiten. Trotzdem war es mir auch wichtig, mich beruflich weiterzuentwickeln in Richtung Führungsposition. 

Ines Isermann: Ich arbeite Vollzeit, habe neun Jahre als Führungskraft im Vertriebsinnendienst bei Westfalen gearbeitet. Ich habe eine neue Herausforderung gesucht und wollte auch inhaltlich nochmal etwas anderes machen. Als ich dann gehört habe, dass Nadine eine Tandem-Partnerin sucht, dachte ich mir: das ist es! Jetzt arbeite ich 70 % hier im IT-Projektmanagement und 30 % für ein anderes internes IT-Projekt.


Was für Vorteile hat dieses Arbeitsmodell aus eurer Sicht?

Ines Isermann: Du bekommst regelmäßig Feedback und Bestätigung. Es ist einfach hilfreich, jemanden an der Seite zu haben, der im Thema steckt und mit dem man Ideen und Entscheidungen direkt reflektieren kann.   

Nadine Deemann: Die geteilte Verantwortung bedeutet zeitliche und mentale Entlastung. Konkret: wir gucken bei neuen Aufgaben immer, wer von uns hat gerade Kapazitäten. Außerdem macht es einfach Spaß so eng zusammenzuarbeiten.


Gibt es auch Vorteile für den Arbeitgeber?

Ines Isermann: Wir stellen bei dem Modell immer einen Ansprechpartner, der zu 100 % aussagekräftig ist, auch in Urlaubs- und Krankheitsfällen. Ein weiterer großer Vorteil ist: du hast immer einen Sparringspartner, mit dem du dich austauschen und die Themen durchkauen kannst. Das führt aus meiner Sicht zu einer noch besseren Ergebnis- und Entscheidungsqualität.

Nadine Deemann: Jobsharing bietet in Zeiten des Fachkräftemangels außerdem die Chance, Führungspositionen auch mit qualifizierten Teilzeitkräften zu besetzen.
 

Es gibt sicherlich auch einiges, was schwieriger ist, wenn man nicht alleine führt, sondern zu zweit: Planungen, kritische Entscheidungen, Verantwortung übernehmen – wie läuft das?

Nadine Deemann: Es ist nicht schwieriger, es ist nur aufwändiger. Man muss sich sehr eng abstimmen, damit das Tandem funktioniert, zumal wir uns nicht thematisch aufgeteilt haben, sondern beide in allen Themen drin sind. Wir sprechen viel miteinander und machen zum Beispiel bei den Terminen, die wir einzeln wahrnehmen, immer Mitschriften. Außerdem ist Ehrlichkeit und Offenheit untereinander wichtig, vor allem, wenn wir mal unterschiedlicher Meinung sind.

Wie hat Westfalen euch dabei unterstützt?

Ines Isermann: Der Vorstand war von Anfang an sehr offen für das Thema „Jobsharing“. Zudem wurden wir durch das Human Resource Management von Westfalen  mit einer Jobsharing-Coachin unterstützt. Gerade zum Start war das sehr hilfreich, um eine gemeinsame Linie zu finden. 


Man kann sicherlich vieles regeln und absprechen. Aber ist es beim Jobsharing nicht auch notwendig, dass man ähnlich tickt oder sich sogar mag?

Ines Isermann: Wenn es menschlich nicht stimmt, dann ist Jobsharing sicherlich schwierig. Ich kannte Nadine aber schon vorher aus verschiedenen Projekten und war mir sicher – das passt. Wir haben eine große Schnittmenge bei den Werten, beim Verständnis von Führung und unsere Arbeitsweise ist ähnlich.

Nadine Deemann: Ja, das passt wirklich (lacht). Wir haben beide viel Spaß an der Arbeit. 


Ab und zu geht im Job ja auch mal was schief. Wer von euch hält bei Fehlern „den Kopf hin“? 

Ines Isermann: Größere Fehler haben wir bisher zum Glück noch nicht gemacht. Aber wenn, dann tragen wir natürlich beide die Verantwortung.

Nadine Deemann: Im Nachgang klären wir sowas natürlich unter uns und überlegen zusammen, wie wir das beim nächsten Mal besser machen können und Fehler zukünftig möglichst vermeiden.


Ist das Jobsharing-Modell aus eurer Sicht, etwas für jeden?

Ines Isermann: Man muss bereit sein, sich selbst zurückzunehmen, das eigene Ego zu Gunsten des Tandems hintenan zu stellen. Man kann sich deshalb natürlich weniger mit seiner persönlichen Einzelleistung profilieren. 

Nadine Deemann: Es ist immer „unsere Leistung“ und nie nur „meine Leistung“. Das muss man wollen. Trotzdem: wir sind Fans vom Jobsharing.
 


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