Klare Bekenntnisse zur Antriebsenergie LNG.

Klare Bekenntnisse zur Antriebsenergie LNG.

Nachbericht zum Westfalen LNG-Event Baunatal am 2. Februar 2019.

Unter dem Motto „Heiß diskutieren. Eiskalt entscheiden.“ trafen sich auf Einladung der Westfalen Gruppe Anfang Februar rund 60 Akteure der Transportbranche an der Westfalen Tankstelle in Baunatal. Auf der Bühne bekannten sich Vertreter der Fahrzeughersteller, der NOW GmbH sowie der Meyer Logistik klar zur alternativen Antriebsenergie LNG. Zugleich beantworteten die Experten häufige Fragen von Speditionsunternehmern zum Wechsel von Diesel auf LNG. Moderiert wurde die Diskussionsrunde von Julian Janocha, Projektleiter LNG. Darüber hinaus hatten Besucher die Gelegenheit, sich an Info-Ständen über LNG zu informieren und LNG-Fahrzeuge von Iveco und Volvo Probe zu fahren.

Wir werden hier eine Tankstelle errichten, die genauso komfortabel ist, wie die Diesel-Zapfsäulen.

Ansgar Jöckeritz, Westfalen Gruppe

Im Bühnengespräch verrieten Ansgar Jöckertitz und Felix Zwingmann aus dem LNG-Projektteam der Westfalen Gruppe Details zur geplanten Einführung von LNG: Die erste LNG-Tankstelle des Familienunternehmens soll in Baunatal eröffnet werden. Die Anlagentechnik sei bereits bestellt und genüge höchsten Sicherheitsanforderungen. Fahrer sollen zukünftig genauso komfortabel LNG tanken können, wie aktuell bereits Diesel. Dazu sei für die Technik ein Partner mit Erfahrungen auf dem deutschen Markt und gutem Servicekonzept ausgewählt worden. Die Anlage werde mit zwei Dispensern ausgestattet, so dass zwei Fahrzeuge gleichzeitig tanken könnten. Zugleich reduziere diese doppelte Ausstattung ein mögliches Ausfallrisiko. Familie Herbold, welche die Westfalen Tankstelle in Baunatal betreibt, und ihr Team stünden den Fahrern rund um die Uhr als Ansprechpartner zur Verfügung. Zudem würden die ersten Firmen, die Westfalen eine Zusage für das Tanken von LNG geben, als sogenannte „First Mover“ Sonderpreise beim Kraftstoff genießen können.

Mit unseren Fahrzeugen merken Sie bei den Fahrdaten und bei den Leistungsdaten keinen Unterschied zum Diesel.

Jürgen Bernhardt, Volvo

Jürgen Bernhardt von Volvo stellte heraus, dass sich die LNG-Fahrzeuge des Unternehmens in den Fahr- und Leistungsdaten nicht von denen ihrer Diesel-Pendants unterschieden. Fahrer müssten sich nicht umstellen, Spediteure könnten mit identischen Transportgeschwindigkeiten rechnen, so dass der Übergang in die neue Technologie sehr weich und angenehm sei. Der Kraftstoffverbrauch der Modelle von Volvo läge laut Tests von Fachmagazinen und Kunden in der Praxis zwischen 18 und 21 Kilogramm pro 100 Kilometer. Damit hätten die Fahrzeuge trotz eines etwas höheren Anschaffungspreises als bei Diesel-Fahrzeugen eine sehr kurze Amortisationszeit. Zudem berichtete Bernhardt, dass die seit Jahresbeginn geltende Mautbefreiung für LNG-Fahrzeuge in Deutschland dem Thema zusätzlich Schub gegeben habe – das Interesse am Flüssigerdgas sei aktuell enorm groß.

Die Technologie ist bei Fahrern akzeptiert. Bei uns sind die Fahrer vor allem vom Geräuschniveau begeistert.

Manfred Kuchlmayr, Iveco

Wie die Fahrzeughersteller die Wartung von LNG-Fahrzeugen lösen, erläuterte Manfred Kuchlmayr von Iveco. Er berichtete, dass sich Iveco bereits vor Markteinführung der Fahrzeuge mit diesem Thema beschäftigt hätte. So gäbe es seit langem Schulungen für die Wartung von LNG-Fahrzeugen und auch Gasarbeitsplätze in Werkstätten. Größte Herausforderung bei der Etablierung der LNG-Fahrzeuge im Markt seien derzeit die fehlenden Tankstellen. Die Technik selbst sei akzeptiert: Vom geringen Geräuschniveau der LNG-Fahrzeuge seien die Fahrer begeistert.

Ich gehe davon aus, dass wir bis Ende 2020 eine Tankstelleninfrastruktur von ca. 30 bis 40 Erdgas-Tankstellen in Deutschland haben werden.

Stefan Ziegert, Scania

Dass die Zukunft nicht einer einzigen, sondern einer Mischung verschiedener Antriebsenergien gelte, prognostizierte Stefan Ziegert von Scania. Der Dieselmotor werde bis 2050 eine wichtige Rolle spielen, allerdings zunehmend durch alternative Kraftstoffe ersetzt werden. Dass die aktuell geltende Mautbefreiung über 2020 verlängert wird, hält Ziegert, der selbst Mitglied einer Expertenkommission der Bundesregierung ist, persönlich für wahrscheinlich. Um die bis zum Jahr 2030 geforderten CO2-Einsparungen zu erreichen, müsse die Bundesregierung weiter in Erdgasmobilität investieren. Ziegert erwartet, dass die Zahl der LNG-Tankstellen in Deutschland bis Ende 2020 von aktuell vier auf etwa 30 bis 40 steigen wird. Bei der Zahl zugelassener LNG/CNG-LKW, die aktuell bei 339 liege, schätzt er eine Zunahme auf 2.500 zugelassene Fahrzeuge bis Ende 2020.

LNG ist eines der wichtigen Themen im schweren Güterverkehr und in der Schifffahrt, die voran gebracht werden müssen.

Johannes Daum, NOW GmbH

Welche Rolle LNG im Rahmen der Mobilitätsstrategie der Bundesregierung spielt, erläuterte Johannes Daum von der NOW GmbH. Die bundeseigene Gesellschaft treibt das Thema alternative Kraftstoffe im Auftrag des Verkehrsministeriums inhaltlich voran. Eine Umstellung auf alternative Antriebe und Kraftstoffe sei zur Umsetzung des Klimaschutzplans 2050 der Bundesregierung zwingend notwendig. Während bei Pkws die Elektromobilität als Lösung gesetzt sei, gestalte sich das Thema im Schwerlastverkehr komplexer. LNG sei eine Alternative zum Diesel, die als fossiler Brennstoff zwar nur begrenzt CO2 einspare, aber schon jetzt zur Verfügung stünde. Die Fördermöglichkeiten für LNG-Fahrzeuge könnten sich Spediteure recht einfach sichern. Der Förderantrag sei im Vergleich zu anderen Förderanträgen relativ überschaubar. Wichtig sei vor allem, dass der Antrag vor Bestellung eines neuen Fahrzeugs einzureichen sei.

Wir Spediteure müssen nicht abwarten, bis es einer macht. Es muss mehr Visionäre geben, die unternehmerisches Risiko in Kauf nehmen. Dann geht das auch.

Matthias Strehl, Meyer Logistik

Von Erfahrungen aus der Praxis berichtete Matthias Strehl von Meyer Logistik. Das Speditionsunternehmen setzt bereits seit April 2017 LNG-Fahrzeuge von Iveco ein. Das Fazit nach den ersten zwei Jahren mit über vier Millionen gefahrener Kilometer und 20 Fahrzeugen sei überaus positiv. In diesem Jahr habe Meyer Logistik bereits 13 weitere LNG Fahrzeuge von Volvo und Scania bestellt. Der Tankvorgang sei völlig problemlos und dauere nicht länger als beim Diesel. Die Schulung der Fahrer sei in fünf Minuten erledigt gewesen – heute sei das Tanken von LNG eine Selbstverständlichkeit. Die Fahrzeuge funktionierten einwandfrei. Die angegebenen 1.600 Kilometer Reichweite stimmten. Es sei zu keinen außergewöhnlichen Ausfällen gekommen. Die Wartungsintervalle seien normal und die Kraftstoffverbräuche hervorragend. Wissenschaftliche Tests hätten eine Kraftstoffersparnis von 18 % gegenüber Diesel ergeben. Zudem sei auch die Lärmreduzierung um fünf Dezibel gegenüber Diesel nicht zu unterschätzen. Empfunden würde dies als Halbierung des Lärms. Kunden seien durchaus bereit, einen Aufpreis zu zahlen, wenn man das Ziel einer Umstellung auf LNG sowie die Verantwortung gegenüber Umwelt und Gesellschaft erläuterte. Strehl appellierte, bei der Implementierung von LNG mutiger zu sein: „Wir Spediteure müssen nicht abwarten, bis es einer macht. Es muss mehr Visionäre geben, die unternehmerisches Risiko in Kauf nehmen. Dann geht das auch.“

Video-Dokumentation LNG-Event.

Sie haben das LNG-Event in Baunatal verpasst? Hier finden Sie Video-Aufnahmen vom Bühnengespräch zum Nachsehen:

Die Westfalen Gruppe berichtet über ihre LNG-Pläne.

Ansgar Jöckertitz und Felix Zwingmann von der Westfalen Gruppe verraten Details zu den LNG-Plänen der Westfalen Gruppe.


Hersteller von LNG-Fahrzeugen beantworten Fragen.

Jürgen Bernhardt von Volvo, Manfred Kuchlmayr von Iveco sowie Stefan Ziegert von Scania beantworten Fragen rund um LNG-Fahrzeuge.


Experten berichten von Erfahrungen mit LNG-Fahrzeugen.

Johannes Daum von der NOW GmbH ordnet LNG in die Mobilitätsstratgie der Bundesregierung ein. Matthias Strehl von Meyer Logistik setzt seit April 2017 LNG-Fahrzeuge ein und berichtet von den Erfahrungen.

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