Jede Nacht erleben viele Menschen Atemaussetzer im Schlaf – oft, ohne es zu wissen. Dabei spricht man von einem Schlafapnoe-Syndrom.
Die Folgen: Müdigkeit am Tag, Konzentrationsprobleme und ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ein Team rund um das Wissenschaftliche Institut Bethanien für Pneumologie in Solingen und das Institut für Pneumologie an der Universität zu Köln erforscht, wie die Behandlung von Schlafapnoe effektiver werden kann.
In der prospektiven Baveno Study werden Betroffene an 20 Kliniken in zwölf europäischen Ländern über einen Zeitraum von drei Jahren nach einer Schlafapnoe-Diagnose begleitet. Die Medizintechnik-Unternehmen Critical Care, IfM Ingenieurbüro für Medizintechnik GmbH, Löwenstein Medical, Resmed und Westfalen Medical GmbH unterstützen die für die Schlafmedizin bedeutende internationale Studie.
Umfassendes Bild, passende Therapie
Grundlage für die Untersuchung ist die sogenannte Baveno-Klassifikation – ein Bewertungssystem, das 2018 von Prof. Dr. med. Winfried Randerath, Chefarzt und Ärztlicher Direktor des Krankenhaus Bethanien, und weiteren Expert:innen entwickelt wurde. Sie funktioniert wie ein Kompass für Ärztinnen und Ärzte: „Die Klassifikation berücksichtigt nicht nur, wie oft Atemaussetzer auftreten, sondern zum Beispiel auch, wie stark die Betroffenen tagsüber unter Müdigkeit leiden und wie hoch ihr Risiko für Herzprobleme ist", erklärt Prof. Dr. Randerath.
Die neuen Erkenntnisse ermöglichen ein genaueres Bild der Betroffenen, als es bisher bei der Therapieauswahl üblich ist. In der paneuropäischen, prospektiven Studie sollen knapp 2 000 Erwachsene mit neu diagnostizierter Schlafapnoe eine individuell passende Behandlung erhalten. Dr. med. Sandhya Matthes, oberärztliche Leitung des wissenschaftlichen Instituts für Pneumologie, war Erstautorin von zwei Publikationen, die zur Entwicklung der modifizierten Klassifikation beigetragen haben. „Wir freuen uns sehr, gemeinsam mit führenden europäischen Expertinnen und Experten an diesem wichtigen Thema zu arbeiten“, sagt Dr. Matthes.
Behandlungsmöglichkeiten weiterentwickeln
In regelmäßigen Abständen überprüfen die Forschenden dann, wie sich die einzelnen Parameter der Gesundheit der Betroffenen durch die gewählte Therapie entwickeln. Die Ergebnisse könnten dazu beitragen, dass Menschen mit Schlafapnoe künftig schneller und gezielter geholfen wird – und damit ihre Lebensqualität und Gesundheit deutlich steigern.
Für Westfalen Medical und die anderen beteiligten Unternehmen ist genau das ebenfalls ein Anliegen: „Auch wir stehen jeden Tag in engem Kontakt mit Patientinnen und Patienten, die von Schlafapnoe betroffen sind und erleben, wie viel eine gute Therapie ausmachen kann. Uns ist es wichtig, solche Forschungsprojekte zu unterstützen, damit die Behandlungsmöglichkeiten und somit unsere Unterstützung sich weiterentwickeln können“, betont Siegfried Hupas, Geschäftsführer bei der Westfalen Medical GmbH.