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Unternehmen 08.07.2026

Westfalen liefert Sauerstoff für CO₂-Forschungsprojekt "catch4climate"

Nach sieben Jahren intensiver Planung, Entwicklung und Umsetzung hat die Forschungsgesellschaft CI4C GmbH & Co. KG am 8. Juli 2026 in Mergelstetten östlich von Stuttgart die weltweit erste Forschungs- und Entwicklungsanlage ihrer Art unter Anwendung des von thyssenkrupp Polysius konzipierten Pure-Oxyfuel-Verfahrens feierlich eingeweiht. Die Anlage soll zeigen, wie die CO₂-Emissionen bei der Zementproduktion unter Anwendung des Oxyfuel-Verfahrens künftig energie- und kosteneffizient abgeschieden werden können und markiert damit einen bedeutenden Meilenstein für die Transformation der Zementindustrie. 

Die vier europäischen Zementhersteller Buzzi SpA/Dyckerhoff GmbH, Heidelberg Materials AG, SCHWENK Zement GmbH & Co. KG sowie Vicat S.A. haben sich bereits 2019 in der Forschungsgesellschaft CI4C GmbH & Co. KG zusammengeschlossen, um das Leuchtturmprojekt „catch4climate“ gemeinsam zu realisieren. Mit Investitionen von über 120 Millionen Euro entstand auf dem Gelände des Zementwerks in Mergelstetten eine eigene Drehofenlinie mit einer Klinker-Produktionskapazität von 450 Tagestonnen, die erstmals das sogenannte Pure-Oxyfuel-Verfahren zur CO₂-Abscheidung nutzt und ausschließlich der Forschung und Entwicklung dient.  

Bei Verbrennungsprozessen wird üblicherweise Luft als Sauerstoffträger verwendet. Das Pure-Oxyfuel-Verfahren ersetzt die Luft durch reinen Sauerstoff. Dadurch entsteht ein hochkonzentrierter CO₂-Strom, der die Abscheidung des Kohlendioxids erheblich erleichtert. Und genau hier kommt die Westfalen-Gruppe ins Spiel. Westfalen-CEO Dr. Thomas Perkmann unterstreicht: „Wir tragen mit der Versorgung der Anlage mit hochreinem Sauerstoff dazu bei, dass diese Innovation unter realen Bedingungen erprobt werden kann. Dafür haben wir vor Ort eigens ein Sauerstofftanklager mit einer Kapazität von über 330 Tonnen errichtet – eines der größten Deutschlands. Unsere Herausforderung besteht darin, den schwankenden Sauerstoffbedarf der Forschungsanlage mit unserer kontinuierlichen Produktion in Einklang zu bringen. Das erfordert präzise Planung, eine leistungsfähige Infrastruktur und eine eng abgestimmte Logistik. An Spitzentagen beliefern wir die Anlage mit bis zu acht Tankwagenladungen Sauerstoff – punktgenau und bedarfsgerecht. Wir sind stolz, Teil dieses wegweisenden Projekts zu sein und gemeinsam mit unseren Partnern einen wichtigen Beitrag zur industriellen Transformation und zum Klimaschutz zu leisten.”  

Zur feierlichen Einweihung kamen rund 200 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Verbänden, Wissenschaft und Medien sowie Vertreter der vier Gesellschafterunternehmen. Zu den Gästen zählte auch die Umweltministerin von Baden-Württemberg, Thekla Walker.