Wie lassen sich Emissionen von Schiffsmotoren präzise messen und internationale Umweltstandards einhalten? Mit dieser Frage beschäftigt sich die SEACOTEC GmbH & Co. KG aus Hamburg, die sich auf Emissionsmessungen und umweltfreundliche Technik im maritimen Bereich spezialisiert hat – und für diese anspruchsvollen Analysen auf Kalibriergase von Westfalen setzt.
Internationale Standards an Bord
SEACOTEC führt Abgasprüfungen nach internationalen Regeln der IMO durch, einer Sonderorganisation der Vereinten Nationen, die u.a. globale Standards für Umweltfreundlichkeit in der Seefahrt festlegt. „Die Motoren auf Schiffen müssen Grenzwerte einhalten und dafür sind präzise Messungen vorgeschrieben“, erklärt Markus Osterkamp, Director Engineering bei SEACOTEC. „Wir haben ein portables Messgerät, mit dem wir die Emissionen messen und dann die Emissionswerte der Motoren berechnen können – unabhängig davon, ob es sich um Diesel- oder Gasmotoren handelt.“
Die Kalibrierung der Messgeräte erfolgt stets während der Fahrt, so wie es vorgeschrieben ist.
Das Team von SEACOTEC besteht aus 13 Ingenieuren und betreut aktuell rund 350 Schiffe im Bereich Greenhouse-Gas-Management. Neben CO2 werden auch Methan und Lachgas erfasst, um die Einhaltung internationaler Gesetze zu gewährleisten. „Die Schiffe müssen heute für jede Tonne CO2, die sie emittieren, eine Abgabe zahlen. Durch gute Abgastechnik können diese Faktoren jedoch verringert werden“, so Osterkamp weiter.
Komplexe Technik und Logistik
Die Durchführung der Abgasanalysen ist technisch und logistisch anspruchsvoll. „Pro Auftrag nehmen wir sechs Gasflaschen mit – drei verschiedene Gase, darunter Stickstoff und zwei Kalibriergase mit den passenden Zertifikaten. Dabei ist immer auch ein Puffer eingerechnet. Das ist notwendig, um flexibel auf unvorhergesehene Situationen reagieren zu können“, erläutert Osterkamp.
Eine mehrtägige Messfahrt sei zudem kostenintensiv: „Während einer Messung muss der Motor bei verschiedenen Lasten für längere Zeit konstant betrieben werden, der Kraftstoffverbrauch besonders großer Motoren ist hier erheblich. Neben den Emissionen werden auch Motorparameter aufgenommen, üblicherweise durch die Schiffsbesatzung oder den Motorenhersteller, was ebenfalls Kosten verursacht. Wenn dann Prüfgas fehlen würde, könnte das schnell zusätzliche hohe Kosten verursachen, da die Messung bzw. die Fahrt wiederholt werden müsste. Um die Kosten so gering wie möglich zu halten, entsenden wir für eine Abgasmessung je nach Aufgabenstellung ein oder zwei Fachleute und wir versuchen, das Messprogramm so komprimiert wie möglich abzuarbeiten.“ Auch der Versand der Gase, zum Beispiel von Hamburg nach Asien, stelle für SEACOTEC oft eine besondere Hürde dar. Schließlich handele es sich bei den Gasen um Gefahrgut, für die eine UN-Zulassung nötig ist. Lokale Vorschriften bringen oft zusätzliche Anforderungen mit sich, wie etwa Flaschenaufkleber oder Zollpapiere in der Landessprache.
Vertrauensvolles Verhältnis als Basis
„Westfalen hat uns vor allem bei den Lieferzeiten überzeugt. Bis die produzierten Kalibriergase bei uns sind, dauert es in der Regel fünf Wochen – das ist im Vergleich zu anderen Anbietern doppelt so schnell“, hebt Osterkamp hervor.
Dr. Robert Surma, Miteigentümer und Mitbegründer von SEACOTEC, ergänzt: „Bei Westfalen erleben wir eine unmittelbare und direkte Kommunikation. Bei jeder neuen Herausforderung erhalten wir immer eine schnelle und hilfreiche Antwort.“
Dr. Lizet Winkelmann, Kundenberaterin für Spezialgase, freut sich über das positive Feedback und betont: „Wir geben alles, um unsere Kunden fachlich optimal zu beraten. Gerade die Zusammensetzung individueller Prüfgasgemische wird von unseren Experten vorab genau geprüft. Und für jedes Produkt liefern wir bei Bedarf die passenden Druckminderer.“